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Bericht zur WM in der Klasse F3B

2. Platz in der Mannschaftswertung für Stefan Sporer


Weltmeisterschaft F3B 2013 in Nardt bei Dresden
4. bis 11. August 2013

Weltmeisterschaften der Segelflugklasse F3B bilden alle zwei Jahre den Höhepunkt des Terminkalenders. Nahezu weltweit arbeiten Piloten und Hersteller auf diese Woche hin, um sich mit den Besten zu messen.

Als österreichisches Team haben wir den dritten Platz in der Mannschaft von 2009 zu verteidigen. 2011 haben wir die teure und ungewisse Reise nach China zu einem unerfahrenen Veranstalter nicht auf uns genommen. Die Qualifikation im vergangenen Jahr war vor allem um den 4. Platz im Team besonders spannend.

Schließlich schafft es Jürgen Pölzl, Bernhard Flixeder, Gerhard Flixeder und Stefan Sporer ins Team. Erstmals wurde auch eine Junioren – WM ausgeschrieben, die wir mit Bernhard Flixeder beschicken können. Nachdem Bernhard auch schon einige Siege und Podestplätze in der allgemeinen Klasse erreichen konnte, ist er natürlich die Traumbesetzung für uns. Zudem ist der teilnehmende Junior auch der ‚Jolly-Joker’ für die Teamwertung: Das Teamergebnis ist die Summe der 3 besten der vier Teammitglieder.

Im Vorfeld nahmen wir uns zweimal Zeit für ausgiebige Mannschaftstrainings. Das erste fand am WM-Flugplatz in Nardt bei Dresden statt, das zweite in den Tagen vor dem Eurotourbewerb in Jesenik/Tschechien. Die Ergebnisse in den Wettbewerben vor der WM sind bunt gemischt.

Der Grossteil des Teams reist am Freitag zur WM an. Das Nardt-Open als Vorbewerb zur WM bestreitet das Helferteam, während die Teampiloten als Helfer fungieren. So kriegen die WM-Piloten den Ablauf mit, ohne bei der glühenden Hitze dieses Sommers ihre Energie und Motivation zu verbrennen. Organisatorisch läuft alles bestens, die offiziellen Helfer kommen aus ganz Europa, unter den Visieren für Speed- und Streckenflug sind die bewährten Helfer aus Jesenik in der Mehrzahl.

Am Sonntag Nachmittag endet der Vorbewerb und die WM wird feierlich eröffnet. Das erste Treffen der Teammanager läuft wie so oft turbulent ab. Im Fokus steht die Anzahl der erlaubten Hochstartwinden pro Team – speziell der Status des regierenden Weltmeisters als eignes Team wird hinterfragt. Am Ende findet man einen vernünftigen Kompromiss und die F3B-WM startet pünktlich um 8:00 am Montag. Zur Überraschung vieler wird mit dem Speedflug begonnen. Der Wind ist schwach und anfangs ist kaum auf thermische Unterstützung zu hoffen. Erst gegen Ende der Aufgabe kommt mit der besseren Einstrahlung ein wenig Wind auf, was die Zeiten etwas mehr streuen lässt.

Für uns ist der Auftakt gelungen, keine extremen Rückstände eingefahren. Der Rest des Montags wartet mit starker Thermik auf, was besonders im Streckenflug bis zu 30 Runden zulässt. Wir verlieren zwar ab und an eine Strecke, aber das ist bei dieser Leistungsdichte kein Problem für uns.

Auch die folgenden Tage halten sich weitgehend an die Wetterprognose: Hitze und trocken bis zum Donnerstag, am Freitag eine schwache Front, kühler und etwas Regen gegen Abend.
Am Dienstag macht uns der umlaufende Wind am meisten zu schaffen, die Seile und Winden werden immer wieder gewechselt und den Verhältnissen angepasst. Bei gut 32° ohne Schatten ist das Helferteam gefordert. Aber wir haben immer alles bereit und halten im vorderen Drittel mit. Die Speedflüge werden ab der zweiten Runde in der umgekehrten aktuellen Rangfolge geflogen. Durch die umlaufenden Winde gibt es längere Phasen, die keine guten Zeiten zulassen. Jürgen hat das richtige Wetter im Parcours und fliegt mit einem 14-er eine der Spitzenzeiten. Sogar bei den Zeitflügen kommt es immer wieder zu herben Verlusten – wir haben aber bisher nur kleine Einbussen hinzunehmen. Die Kollegen aus Deutschland fliegen bisher souverän ganz vorne weg, wogegen einige Mitfavoriten wie Daniele Amici (Modell im Speedflug verloren) oder Andreas Böhlen (300 Strafpunkte für eine Landung im Sicherheitsbereich) schon auf die Streichresultate ab der Runde sechs hoffen müssen.

Zur Halbzeit dieser WM am Mittwoch lässt sich schon eine Tendenz erkennen:
Die Mannschaftswertung führt Deutschland mit klarem Abstand vor Österreich an. Nur knapp dahinter liegen die USA, Tschechien und die Schweiz. Auch die Einzelwertung sieht die Brüder Herrig und Thomas Dylla ganz vorn. Jürgen folgt mit wenig Rückstand. Bernhard ist als bester Junior um den zehnten Rang zu finden, Gerhard und Stefan zwischen zwölf und zwanzig. Wir sind auf möglichst fehlerfreies Fliegen eingestellt. Und das gelingt auch fast immer. Jürgen greift beim Speed diesmal mehr an, verfehlt dadurch die dritte Wende. Die Zeit ist dadurch nicht recht zu gebrauchen. Aber ohne Risiko ist hier nichts zu gewinnen. Wir stecken den kleinen Rückschlag weg. Die USA sind uns direkt auf den Fersen, aber die extrem riskanten Manöver im Streckenflug und die superknappen Speedflüge haben mittlerweile auch ihren Preis. Ein Besuch im gar nicht so nahen Wald lässt die Fräse der Amerikaner wieder durch das Mannschaftszelt hallen. Nach meiner Rechnung ist dort kein Flugzeug mehr ganz heil geblieben: Wald, Sonnenblumenfeld und unsanfte Landungen im Streckenpacours haben ihren Tribut gefordert. So behalten wir unseren zweiten Mannschaftsrang in der Zwischenbilanz.

Der Donnerstag hält ab Mittag endlich eine frische Brise aus Westen bereit. So können wir erstmals fünf Winden gegen die Hauptwindrichtung aufbauen, mit allen notwendigen Seilen und Windendurchmessern. Endlich ist die Windenmannschaft etwas entlastet und wir ersparen uns Umbauten im Stile der Formel 1 – Reifenstops.
Am späteren Vormittag startet die Runde 7 – jetzt ist abzusehen, dass es Freitag 16:00 für maximal 8 komplette Runden reichen wird. Für mich als Teamchef beginnt jetzt die Zeit des Mitrechnens. Am Ende sollte ich im Idealfall den Überblick haben, ob und wie viel Risiko sinnvoll ist. Im Zeitflug muss Stefan noch ausbessern – da hatten wir uns einmal richtig verirrt. Jürgen kann dort noch 120 Punkte zusätzlich einfahren, Gerhard 45. Bernhard hat bisher alle Zeitflüge voll geflogen – wir brauchen also nur mehr einen von den zweien. Im Streckenflug haben wir maximal 120 Punkte pro Pilot zu reparieren, im Speed ist ohnehin jede Diskussion müssig: so gut wie eben möglich. Bis zum Abend ist bis auf einige Streckenfluggruppen die Runde sieben erledigt, wir sind voll im Plan und haben in den Zeitflügen voll geflogen, im Streckenflug Verbesserungen erreicht und im Speed mit geringen Rückständen auf die Bestzeit gepunktet. Am Abend regnet es ein wenig, in Gedanken sind wir auch auf den Ausfall der achten Runde vorbereitet. Wir genießen ein Abendessen in unserem Lieblingslokal und kehren in unser etwas abseits gelegenes Quartier zurück.

Der Freitag startet mit der üblichen Routine. Frühstück nach Lust und Laune, Abfahrt zum Flugplatz um 07:15. Windenaufbau, Akkus checken, Seile wechseln, Modelle zusammenbauen. Bei schwach thermischen Verhältnissen wird der Streckenflug der Runde 7 beendet, ohne große Differenzen in den Streckenzahlen. Mittlerweile habe ich alle nötigen Daten zusammen und wir besprechen noch einmal die Taktik für die letzte Runde. Der Streckenflug läuft bei leichtem Getröpfel für uns ganz gut, nur Gerhard gibt zwei Strecken ab. War’s die Seilwahl oder der Startzeitpunkt? Jedenfalls besteht keine Gefahr für die Teamplatzierung. Zudem verlieren die Amerikaner gar 3 Strecken – unser Vorsprung wächst wieder.

Im Zeitflug brauchen wir noch drei volle Flüge mit Stefan, Gerhard und Jürgen, um das Nervenkostüm für den abschließenden Speedflug entspannt zu halten. Die Regenfront hängt im Nordwesten des Platzes und hält (noch) etwas Abstand. So ergeben sich immer wieder Einstiegsmöglichkeiten im Osten der Startstelle. Stefan fliegt praktisch voll, Gerhard tatsächlich, Jürgen fast. Bei Bernhards Flug sind wir schon entspannt, es geht nur mehr um etwa 10 von 20000 Punkten. Bernhards Flieger ist bald an die Sichtgrenze gekurbelt, kein Problem. Nur die Landepunkte wollen nicht passen – mit 95 Landepunkten wird der Flug für Bernhard zum Streichresultat.

Das Finale mit dem Speedflug in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung geht am Rande der Front über die Bühne. Zwischen den beiden Herrigs ist noch alles drin, Thomas Dylla ist schon fast 100 Punkte zurück. Jürgen ist nach wie vor auf Rang 4, der Schweizer Roland Hofmann ist jedoch schon recht nah gekommen. Das deutsche Team ist für uns uneinholbar, unser Vorsprung auf die USA liegt bei 330 Punkten. Bernhard führt in der Juniorenwertung komfortabel. Einzige Gefahr sind im Moment noch Sicherheitslinien und Sicherheitsbereiche, die Strafpunkte bringen. Durch die umgekehrte Reihenfolge haben wir 30 Piloten ‚Vorprogramm’, ehe Stefan dran ist. Stefans Wetter ist ganz OK, mit 17,31 Sekunden sind wir zufrieden. Kurz darauf lässt das Wetter wieder nach und Gerhard kann nur 18,32 fliegen. Jetzt sind die beiden nach meiner Rechnung absolut gleichauf in der Gesamtwertung.

Noch einmal 10 Piloten Pause bis zu Bernhard: Sowohl in der Teamwertung als auch für den Juniorenweltmeister sollte es mit einer durchschnittlichen Zeit reichen. Der Start ist gut, Bernhard fliegt einen seiner bekannten Speeds, diesmal doch etwas weiter vor der Sicherheitsebene. 16,05 Sekunden sind tadellos und einen Luftsprung wert. Die 5 Piloten bis Jürgens Flug bleiben wir gleich draußen – die Vorbereitungszeit läuft schon wieder. Die beiden Amerikaner fliegen mit vollem Risiko niedrige 15-er Zeiten. Roland Hofmann legt mit 14,89 die neue Spitzenzeit vor. Jürgen startet in die schlechter werdende Luft. Die Ausgangshöhe ist recht gut und wir befürchten, dass ein weiterer Start nichts bringt. Mit gewohnt sauberen Wenden bleibt die Uhr bei 15,71 Sekunden stehen. Das wird knapp für den 4. Platz! Schnell mal gerechnet – es reicht ganz knapp für Jürgen, 14 Punkte Vorsprung und Rang vier in der Einzelwertung.

Thomas Dylla fliegt direkt nach Jürgen 16,01 Sekunden, die Luft ist wohl wirklich noch schlechter geworden. Als Zweiter der aktuellen Rangliste muss Martin Herrig vorlegen. Die Höhe wirkt wieder sehr gut – allerdings ist der Freestyler 3 doch etwas kleiner als alle anderen eingesetzten Modelle. Die Wenden wieder sehr eng und knackig – 14,91 Sekunden. Da die beiden im selben Team fliegen, vergehen ein paar Minuten, bis die neue Rahmenzeit für Andreas Herrig gestartet wird. Im Start ist kein Unterschied zu erkennen, bei den herrschenden Verhältnissen scheint das Modell am Seil immer schneller zu werden und beim Hochziehen unheimlich viel Energie zu haben. Andreas fliegt etwas höher in die Speedstrecke ein, die Wenden wie schon bei seinem Bruder eng und knapp – 15,11 Sekunden sollten locker für seinen zweiten Weltmeistertitel nach China 2011 reichen.

Zum Abschluss werden die Offiziellen von den Piloten gefeiert – deren Leistung ist bei diesen Wetterbedingungen nicht hoch genug zu schätzen. Wir gönnen uns eine kurze Pause bei einem kühlen Getränk. Im leichten Regen bauen wir die Winden ab und beginnen auch das Zelt zu räumen. Es bleiben uns noch zwei Stunden bis zur Siegerehrung am Platz. Rasch noch ins Quartier und in die offizielle Bekleidung gewechselt. Ich überprüfe zum letzten Mal die Ergebnisse – auch die letzte Runde ist korrekt in den offiziellen Listen eingetragen worden. Die Siegerehrung wird in das große Zelt verlegt. Draußen prasselt der Regen, als es offiziell wird: Bernhard Flixeder ist Juniorenweltmeister F3B 2013 vor Johannes Krischke (GER) und Sergei Teterin (RUS).

Mannschaftswertung

1.

und Weltmeister:;

Deutschland

2.

und Vizeweltmeister:

Österreich

3.

USA

...........

Die Einzelwertung geht souverän an Deutschland:

1.

Andreas Herrig

(Freestyler 3)

2.

Martin Herrig

(Freestyler 3)

3.

Thomas Dylla

(Freestyler 4)

4.

Jürgen Pölzl

(Pike Precision)

5. Roland Hofmann

Roland Hofmann

(Fosa Lift)

...........

12.

Bernhard Flixeder

(Fosa Lift)

...........

19.

Stefan Sporer

(Extasy)

20.

Gerhard Flixeder

(Fosa Lift)


Nachdem auch der mentale Druck nachlässt, schlafen alle noch besser als schon während der sehr anstrengenden, heißen Woche. Der Samstag ist bei trockenem Wetter einer Stadtbesichtigung von Dresden gewidmet, mit einer Schifffahrt auf der Elbe und einem Ausflug in die sächsische Schweiz. Dort steigt auch das Abschlussbankett mit der offiziellen Siegerehrung und Medaillenübergabe in sehr würdigem Rahmen, mit Blick über das Tal der Elbe und einem



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